Recall

Beiträge vom Juni 2008

Herr Löw, Sie brauchen einen neuen DJ!

15. 6. 2008 · 930 Kommentare

Gerald Asamoah mag vielleicht nicht der treffsicherste deutsche Stürmer sein, seine Verdienste als DJ, mit denen er Klinsis Buben 2006 den Weg bis ins „kleine Finale“ der WM ebnete, bleiben jedoch unerreicht.

Und 2008? Ein paar liebe Jungs, die wohl noch im Alter fürs Cowboy- und Indianerspielen sind und sich folgerichtig Revolverhelden nennen, träumen den ebenso netten wie harmlosen Traum von Helden und einem Fußballwunder. Feel The Rush von Shaggy geht zwar gut ab, entfaltet seine volle Wirkung aber nur in Verbindung mit weichen Drogen, die beim DFB auch in der Ära Zwanziger immer noch verpönt sind. Dass man mit Fieber nicht Fußball spielen sollte, wissen wir spätestens seit dem peinlichen Auftritt von Schweini gegen Kroatien. Und wenn der überflüssigste Showpraktikant der Welt losgröhlt, möchte man Allemann erst mal in Sicherheit bringen, um schmerzhafte Zerrungen zwischen den Ohren zu vermeiden.

Es hilft nichts, Herr Löw, Sie brauchen einen neuen DJ. Der Recall zeigt sich großzügig und bietet Ihnen zur Nachnominierung zwei Koryphäen aus der Tiefe des Raums an: DJ Bahar79 (unsere Frauen spielen eh den besseren Fußball) zündet in ihrem Special Pathos Mix zusammen mit den Mädels von Monrose ein Streichholz für den deutschen Fußball an.

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Und auch DJ Kushi.Q vertraut auf das geradlinige Spiel von Monrose, das diese gerade erst bei ihrem Einzug ins Finale von Germanys Next Topscorer wieder einmal eindrucksvoll demonstriert haben. Mit ihrer laufstarken Performance bei Heidis Hühnern lassen Mandy, Bahar und Senna die Höhner (bei denen man ohnehin immer Handspiel im Strafraum befürchten muss) ganz alt aussehn.

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Jetzt sind Sie dran, Herr Löw: Strike The Match, bevor uns die Ösis am Montag das Licht ausblasen!

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Stilrichtung: Club-Popjazz

11. 6. 2008 · 19 Kommentare

Oder: „Von Jazz über Mainstream-Pop zum Monrose-Stil“

Wer Bahar, Senna und Mandy, bereits während der vorletzten Popstars Staffel kennen lernen durfte, erinnert sich an zwei schüchterne Mädchen und eine etwas weniger schüchterne Dame, die allesamt noch nicht so recht ahnen konnten, wohin sie der Weg wohl führen würde. Talentierte Sängerinnen waren sie aber auch damals schon, hatten sie schließlich auch schon vor Popstars in etlichen Bands gesungen und musikalische Erfahrungen in unterschiedlichen Stilrichtungen sammeln können.

An einen Popstars-Auftritt, bei dem zufällig die drei zukünftigen Monrose-Mitglieder zusammen auftraten, erinnere ich mich auch heute immer noch gerne:

Eine leicht jazzige Nummer mit viel Gefühl, starken Adlibs und ein wenig Sprechgesang (der Begriff „Rap“ will hier einfach nicht so recht passen).

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Kategorien: Monrose · Musik
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Ein paar Worte übers Erwachsenwerden

6. 6. 2008 · 861 Kommentare

Menschen verändern sich. Manche schneller, manche langsamer. Am schnellsten – und oft schubweise – verändern wir uns in der Kindheit, in der Jugend, im Übergang zum Erwachsenenleben. Unsere Tanten haben es uns immer aufs Brot geschmiert. Für manchen von uns immer noch ein Trauma.

Als wir zum Beispiel Fräulein Mandy Capristo kennenlernten, da zählte sie 16 zarte Lenze und kiekste bei jedem zweiten Satz. Heute habe ich sie in einem TV-Interview gesehen, in dem sie auf mich sehr erwachsen wirkte. Und ich glaube nicht, dass das nur an der neuen Frisur lag.

In diesem komischen englischen Forum, das einige von uns hin und wieder verfolgen, las ich letzte Woche etwas, wovon ich glaube, dass es der Schlüssel dazu ist, was wir an Monrose mögen. Die „Experten“ dort gaben sich redlich Mühe, die drei Monrose-Mädels in Schablonen zu ordnen. Schablone Haarfarbe: blond, braun, schwarz. Schablone Typ: hübsch, androgyn, zierlich. Sie haben das auf der Insel scheinbar so gelernt: sporty, posh, ginger usw. etc. pp.

Irgendwie fanden wir wohl alle, dass ihnen das mit dem Einordnen in Schablonen nicht so gut gelungen ist. Und warum? Die Drei sind einfach keine Schablonen. Als Menschen sowieso nicht. Und als Sängerinnen sind sie grade fleißig auf dem Weg, aus Schablonen auszubrechen. Darüber kann ich mich im Moment geradezu diebisch freuen. Und ich hoffe einfach, dass das in diesem unserem Musiklande nach und nach noch ein paar mehr Leute mitkriegen, was da im Moment vor sich geht: Ein sehr respektables Erwachsenwerden.

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