Das vergangene Jahr war voller Gegensätze. Der unüberhörbaren Weiterentwicklung und dem Gewinn des Cometen stand eine unverständliche Stagnation im Bereich der Vermarktung gegenüber. Zu beklagen ist auch, dass es in 2008 die wenigsten medienwirksamen Live-Auftritte seit Bestehen der Gruppe gab, von der angekündigten Tour und dem „lautestesten“ Stillschweigen darum, das man sich denken kann, ganz zu schweigen. Gäbe es nicht die Vielzahl an Event-Berichten und den dazugehörigen YouTube-Videos, möchte man fast meinen, Monrose fanden öffentlich gar nicht statt. Besser wissen das (leider) nur die Fans. (mehr…)
Bei der Gründung des Recall hatten es sich die „Eltern“ unter anderem zur Aufgabe gemacht, einen kritischen Blick auf die mediale Verbreitung von „gecasteten“ Künstlern zu werfen. Der Zeitpunkt und die Tastache, dass sich die „Eltern“ im Pro7-Monrose-Forum gefunden haben, stellte diese Gruppe fast zwangslaufig, wenn auch unbeabsichtigt in den Focus. Im Laufe der Zeit entwickelte sich jedoch der Recall zusehends zum Monrose-Huldigungs-Blog, was badauerlicherweise die „Scheidung“ nach sich zog.
Heute möchte ich mal das Augenmerk auf den Berufstand der Musikkritiker werfen. Nicht, dass ich Kritiker schätze, ihnen eine Bedeutung zu kommen lasse noch dass ich mich von ihnen beeinflussen lasse. Es gibt nur einen Kritiker, der bin ich. Meine Ohren, meine Augen und mein Verstand bestimmen für mich, ob ich etwas gut, hervorragend, mittelmässig, dumm oder gescheit finde. Ich bin auch in der glücklichen Lage, das ganz für mich und mein Leben zu entscheiden. Unabhängig, frei und nicht beeinflusst von anderen, die mir Vorschriften machen. Natürlich aber nicht frei von allen Einflüssen, die mich sonst so umgeben und das gilt auch für Kritiker
Nun ist es soweit. Am 26.09. erscheint das neue Monrose-Album „I AM“.
Wir haben schon viel darüber spekuliert, diskutiert und waren uns einig, da kommt was Grosses auf uns zu.
Ich schrieb vor ein paar Tagen, ich habe bestimmte Assoziationen. Und eine sprang mir sofort vor mein geistiges Auge – es gefiel mir spontan genauso gut wie diese Platte, die ich vor 24 Jahren kaufte und die ich immer noch gerne höre. Natürlich sind die beiden Platten nicht zu vergleichen, aber das Gefühl beim hören ist das Gleiche – Staunen, Begeisterung und “ ich will mehr“.
Frankie goes to Hollywood
In diesem Sinne, euer Jodler
Früher zog man sich noch einen Anzug an, wenn man ins Fernsehen wollte. Auch als Kandidat, selbstverständlich. Die adrett zurechtgemachten Mitspieler bei Kuhlenkampffs EWG waren so wirtschafswunderlich brav gekleidet, als wollten sie aufs Standesamt. Den ewigen Höhenweltrekord für formvollendete Verbindlichkeit hält aber vermutlich Ernst Stankovsi, der seine Gäste bei „Erkennen Sie die Melodie“ ja schließlich auch zu einem standesgemäßen Operettenvorabend am Samstag einlud. Wer hätte sie nicht noch im Ohr, die Erkennungsmelodie aus – ich musste nachschlagen – der Ouvertüre zur komischen Oper „Donna Diana“? Ja, erkennen Sie die Melodie – damals trugen Sendungen noch öffentlich-rechtliche deutsche Namen. Heute heißt so was Singing Bee, und die Kandidaten müssen in Schlabberjeans und T-Shirt selber singen. Besser waren die Sendungen früher vielleicht nicht. Eigentlich war Stankovskis Melodienzerrupfe von der Machart her auch Trash, nur eben Trash fürs Bildungsbürgertum. Aber auf jeden Fall war das alles ein bisschen weniger hektisch als das hier. Gute alte Dampffernsehzeit!
Menschen verändern sich. Manche schneller, manche langsamer. Am schnellsten – und oft schubweise – verändern wir uns in der Kindheit, in der Jugend, im Übergang zum Erwachsenenleben. Unsere Tanten haben es uns immer aufs Brot geschmiert. Für manchen von uns immer noch ein Trauma.
Als wir zum Beispiel Fräulein Mandy Capristo kennenlernten, da zählte sie 16 zarte Lenze und kiekste bei jedem zweiten Satz. Heute habe ich sie in einem TV-Interview gesehen, in dem sie auf mich sehr erwachsen wirkte. Und ich glaube nicht, dass das nur an der neuen Frisur lag.
In diesem komischen englischen Forum, das einige von uns hin und wieder verfolgen, las ich letzte Woche etwas, wovon ich glaube, dass es der Schlüssel dazu ist, was wir an Monrose mögen. Die „Experten“ dort gaben sich redlich Mühe, die drei Monrose-Mädels in Schablonen zu ordnen. Schablone Haarfarbe: blond, braun, schwarz. Schablone Typ: hübsch, androgyn, zierlich. Sie haben das auf der Insel scheinbar so gelernt: sporty, posh, ginger usw. etc. pp.
Irgendwie fanden wir wohl alle, dass ihnen das mit dem Einordnen in Schablonen nicht so gut gelungen ist. Und warum? Die Drei sind einfach keine Schablonen. Als Menschen sowieso nicht. Und als Sängerinnen sind sie grade fleißig auf dem Weg, aus Schablonen auszubrechen. Darüber kann ich mich im Moment geradezu diebisch freuen. Und ich hoffe einfach, dass das in diesem unserem Musiklande nach und nach noch ein paar mehr Leute mitkriegen, was da im Moment vor sich geht: Ein sehr respektables Erwachsenwerden.
Als wir heute früh vom Hotel zum Studio (es liegt direkt um die Ecke) gingen, habe ich am Kiosk die Bildzeitung gesehen. Das hat mich glatt umgehauen. Gut, dass wir heute sowieso ein paar richtig laute Passagen einsingen mussten… Nach dem Mittagessen (2x BigMac, vom Funkkurier gebracht) gleich der Mama eine SMS geschickt, dass sie sich keine Sorgen machen soll. Von Kay One hab ich nicht mal die Handynummer, um ihm die SMS zu schicken, die er verdient hat. Mal S. fragen, ob sie die über B. besorgen kann. Oder vielleicht doch besser nicht. Sie ist gut drauf, seitdem sie Teddy die halbe Backe weggekratzt hat. Das darf ruhig so bleiben.