Der Anfang vom Ende oder das Ende vom Anfang?

Ich teile im Prinzip die Ansichten und Befürchtungen von Numb. Aber ich sehe auch, dass Monrose durch ihre Entstehungsgeschichte in der Bedrouille sind.

Ich habe es vor einiger Zeit schon mal geschrieben und es neulich im offiziellen Forum (na jetzt müssen wir ja einschränkend sagen: im Pro7-Forum) wiederholt: Mit der Entstehungsgeschichte im Verlauf einer TV-Castingshow sind sie zum schnellen Erfolg verdammt. Ein mittelprächtiger Verlauf der Tonträger in den Charts, ein mittelmässiger Besucherschnitt bei den Konzerten, all das wird völlig übertrieben als das (erwartete) frühe Scheitern dargestellt. Und mit Wonne wirken Medien und „Gegner“ am Untergang mit.

Der einzige Weg hier heraus kann nur der kommerziellen Erfolg in der „zweiten Phase“ sein. Dieser Erfolg lässt sich auf unterschiedlichen Wegen vorbereiten (garantieren kann ihn ja niemand) und wir Älteren sehen in den Talenten der Mädchen die beste Grundlage dafür. Ich hatte mir ja neulich (im Scherz) eine dritte Single „zusammengeträumt“. Aber es kam nun doch, wie ich es – nachdem Brandy das Produnktionsumfeld ausfindig machte – bereits befürchtet hatte. Dadurch wurde meine Enttäuschung nicht auch noch durch eine negative Überraschung verstärkt.

Nachdem ich den ersten Ärger über die verpassten Möglicheiten bzgl. der 3.Single verarbeitet habe, was durch die Diskussionen, die unter anderem auch hier geführt wurden, schneller ging, als ich erwartet hatte, stellt sich bei mir allmählig wieder die ‚professionelle‘ Sichtweise ein.

Und da muss ich dann delphisOrakel recht geben, der mich selbst zitierte und von dem Schlüssel zum nächsten „Raum“ sprach. Diesen hat seit den No Angels und Alexander Klaws kein TV-Casting-Sieger mehr betreten. Es bleibt für uns zu diesem Zeitpunkt eine haltlose Spekulation, was in diesem „Raum“ passieren würde.

Welche Entwicklungsmöglichkeit haben Mandy, Bahar und Senna, egal ob als Gruppe oder einzeln, wenn sie nicht in diesen „Raum“ kommen und den Makel der gescheiterten Casting-Band mit sich tragen. Wir haben alle mitbekommen, dass es viele Leute gibt, die nur darauf warten, Monrose mit Hohn und Spott in den Abgrund zu schicken, was immerhin auch Wirkung auf die Drei als Einzelperson hätte.

Wann sollte dem entgegengewirkt werden, wenn nicht jetzt. Die „Älteren“, die nicht die besondere Art von Fans sind wie wir, hat man auf mittlere Sicht in der Anfangsphase verloren. Man hat aber auch nicht besonders versucht, sie zu halten oder zu gewinnen. Und „wir“ sind leider weniger, als manche von uns denken.

Spätestens seit März läuft Monrose an Fans „mit seriösem Interresse“ vorbei. Also konzentriert man sich voll auf die Jugend, was ich im Übrigen für legitim halte. Nicht die, die man schon hat stehen im Focus, sondern die, die bisher wenig oder gar kein Interesse an Monrose hatten. Die zur Zeit existierende Fanbase kann Monrose wirschaftlich kaum tragen. Die Probleme im Zusammenhang mit der Tour haben das mehr als deutlich gemacht.

Die Entscheidung mit einem „Hit-Produzenten“ zusammenzuarbeiten mag dem einen oder anderen, so wie mir, gegen den Strich gehen. Aber das war die professionellste Entscheidung, die im Zusammenhang mit Monrose seit ihren Bestehen (also nach der Produktion von Temptation!) getroffen wurde. Und wenn dabei ein Lied entsteht, welches heute schon andeutet welches (ja, ja) kommerzielles Potential in ihm steckt, dann zeigt sich hier nur die professionelle Konsequenz. Wenn bei der Vermarktung nicht erneut Fehler gemacht werden, steht einem guten und erfolgreichen 2.Album endgültig nichts mehr im Wege.

Ich bin jedenfalls bereit, den Weg von Monrose solange zu „begleiten“, bis sich herausgestellt hat, ob man das Album wirklich gut oder nur erfolgreich gestalten will. Trifft letzteres zu, dann ist es auch für mich das endgültige Ende. Da hilft dann auch meine mehr oder weniger ausgeprägte emotionale Bindung zu den Mädchen nicht mehr. Denn ohne Musik, die mich begeistert, egal ob handwerklich oder inhaltlich, können mich die Musiker ebenfalls nicht begeistern.

(P)

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361 Kommentare zu “Der Anfang vom Ende oder das Ende vom Anfang?

  1. Numb,

    selbstverständlich ist das hier eine runde, die man grundsätzlich ernst nehmen kann und sollte. Jedoch gibt es auch Missverständnisse und Fehleinschätzungen, wie überall und diese meinte ich mit dem „nicht so ernst nehmen“. Ich werde geduldig sein, bis dein Bericht kommt, wenn du wieder Luft hast, klar!

    jodler,

    ok, numbs Antwort ist da, aber Du erwähnst auch Tiago, ich kann nichts von ihm finden!!!???

  2. Da musst bei den Post gestern schauen, da hingen 6 von Tiago im Filter.

    Die werden nach Erstellungsdatum eingereiht.

  3. Ok, hab sie gefunden, sind aber alles mehrfach die selben Texte. Tiago scheint nicht aufgegeben zu haben, einmal kams durch den Filter…

  4. Übrigens, YKF, warst Du nicht auch in Butzbach? Wenn ja, berichte doch mal aus Deiner Sicht, ja?

  5. Ja, YKF habe ich bei meiner Aufzählung ganz vergessen, der Live-Fetischist und skeptische Monrosefan:

    Wie war die „Live“-Performance? Ich hoffe nach dem du dich von mir zum „Nicht-Monrose-Fan“ diskriminiert gefühlt hast, hat dich Monrose wieder „gestärkt“. Ich weiß ja jetzt, du und Brandy seit Fans mit Leib und Seele! 😉

  6. Jodler, vielen Dank, dass Du dich darum gekümmert hast. Ich bin heute wirklich im Stress und kann da auch nicht immer so zeitnah, wie sonst, auf Beitrage reagieren.

    Wir sollte mal feststellen, woran das mit dem Filter liegt. Es scheint ja schlimmer zu werden. Hat einer eine Idee?

    @Numb:
    (in der Hoffnung, dass Du es heute noch liest)

    Ich will kurz schildern, wie Deine Reaktion seit dem GNTM-Finale bei mir angekommen ist:

    Einige von uns (so auch ich) waren im ersten Moment „geschockt“ über das, was wir da zu sehen und vor allem zu hören bekamen. Für Brandy brachte es das „Fass zum überlaufen“ und andere machten sich darum Sorgen, was das für die Zukunft zu bedeuten hat. Einige verfügen über Erfahrungen, die gelehrt haben, dass man manchmal in’s Extrem gehen muss, um danach wieder – diesmal mit Erfolg – die Standardschiene weiterlaufen zu lassen. Diese Erkenntnis brachte mich zum Beispiel dazu, ‚Hot Summer‘ als pragmatische Notwendigkeit anzusehen (der Schlüssel zum nächsten Raum).

    Bei Dir kam mir das aber doch anders vor. Deinen Worten war eine dermassen grosse Entäuscheng zu entnehmen, dass ich folgenden Eindruck gewonnen habe:
    Du warst ein 100%er Fan und hast alles in Deiner Macht stehende getan, um Monrose zu unterstützen, z.B. Fans „einsammeln“ u.s.w.

    Aber nach dem „Vorfall“ bist Du nun nicht nur kein Fan mehr (wie gesagt, ich rede hier von meinem Eindruck!), sondern Du bereuest sogar, einer gewesen zu sein. Ich habe wirklich versucht, Dich zu verstehen um einen Weg zu finden, Dich zu „besänftigen“ und keine übereilten Schlüsse zu ziehen – mehrfach. Aber einmal kommt der Punkt, da sehe auch ich ein, dass weitere Bemühungen zu nichts führen. Und dann lass ich es eben. Es ändert ja nichts daran, dass ich weiterhin Verständnis für Deinen Standpunkt habe. Aber ich finde mich eben damit ab, dass wir bestimmt Punkte unterschiedlich wichten.

    Und nur aus dieser Sicht, war ich mir im Zusammenhang mit Deinem letzten Post vor Butzbach sicher, dass Du dieses Konzert nicht besuchen wirst. In meinem von Dir zitiertem Satz lag jedenfalls keinerlei (beabsichtige) Boshaftigkeit. Ich hoffe, das glaubst Du mir.

  7. Nachtrag: Tut mir leid wegen den vielen abgeschickten Texten gestern Abend; ich war ganz schön verzweifelt… ;(

  8. Mein Eindruck hat sich nicht geändert. Aber wenn er sagt, dass er zum Konzert gegangen wäre, wenn er gekonnt hätte, glaub‘ ich ihm das einfach.

    Ich verstehe zwar manchmal was falsch, aber ich unterstelle niemanden etwas.

  9. Interessant…,
    ich denke spätestens nach seinem letztem Text, dass er ein richtiger und echter Fan ist. Zwar passiver als zu vor, aber sein Herz tickt nach Monrose… Das erkennt man alleine schon an der „herzlichkeit“ wie er über seine Gefühle berichtet…
    Auch wenn man den neu eingeschlagenen Weg(wenn er überhaupt eingeschlagen ist) von den Mädels verachtet, steckt man doch das vergessene nicht einfach in die Tasche. Das Herz, die Liebe zu ihrer Musik bleibt…
    Das ist doch nicht anders als bei der wahren Liebe. Der Liebeskummer ist nach einer Woche doch nicht vorbei.
    Um sachlich zu sein: Man muss die Mädels nicht jederzeit 100 prozentig unterstüten um ein Fan zu bleiben. Er hat sich schon bewiesen.

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