Der Wetten Dass Effekt oder was hat die GEZ mit Plattenverkäufen zu tun?

Durch die Diskussion im Klatsch und den Auftritt von Medlock/Bohlen als Miami Twice bei Wetten dass, kam die „Streitfrage“ auf, ob es den Wetten-dass-Effekt bei Plattenverkäufen wirklich gibt und wie stark er wirkt. Das lässt sich nicht so einfach beantworten, da es nur die Aussage des ZDF-Intendanten gibt, dass die Sendung natürlich auch eine grosse Promoplattform für Künstler ist, da sich nach der Sendung immer ein erhöhter Plattenverkauf zu beobachten ist. Nur wie stark dieser Effekt ist, lässt sich nicht so leicht verifizieren, da natürlich eine Platte auch gekauft wird ohne Wetten dass. Glücklicherweise gab es aber in der letzten Sendung einen Künstler, dessen Single hier definitiv noch nicht veröffentlicht wurde – Silencio von David Bisbal (lustigerweise auch ein Castingteilnehmer http://de.wikipedia.org/wiki/David_Bisbal)

Sein Lied Silencio ist nur per Download zu erhalten von seiner hier veröffentlichten LP. Bei Musicload und i-Tunes ist Silencio gerade Platz 4 der Downloadcharts. Wenn man nun bedenkt, dass nicht alle der Wetten dass Zuschauer gleichzeitig Downloadkunden sind, dann ist der nachweisbare Effekt gigantisch.

Das gilt auch für Mark Medlocks “ You can get it“, der zur Zeit auf Platz 27 der i-tune Charts steht. (der Effekt ist geringer, da die CD am Freitag erscheint).

Nun versteht mich nicht falsch, ich gönne jedem Künstler seinen Erfolg, ich freue mich für jeden, der Erfolg hat. Aber ich ärgere mich zutiefst, dass mit meinen Gebühren unterschiedliche Maßstäbe zu Grunde gelegt werden. Entweder man läd etablierte Künstler ein, gerne auch international oder man hilft jungen Karrieren auf die Sprünge. Es gibt in Deutschland eine Vielzahl guter Künstler, die es verdient hätten, auch mal einem grossen Publikum vorgestellt zu werden (und damit meine ich explizit nicht solche, die im Privatfernsehen schon eine Plattform haben) sondern wirklich die Vielzahl der Gruppen und Solokünstler, die sich jeden Tag den Arsch aufreissen, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

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6 Kommentare zu “Der Wetten Dass Effekt oder was hat die GEZ mit Plattenverkäufen zu tun?

  1. Grundsätzlich meine ich eigentlich, daß sich ‚Wetten, daß…?‘ mit Stars „schmückt“. Ich weiß nicht , wie bekannt dieser David Bisbal bereits ist – mir war er bislang kein Begriff. Aber ich habe hier auch den Eindruck, daß die „alten“ Pfade verlassen wurden, und einem Newcomer eine besondere Chance gegeben wurde.

    Das aber würde die Verantwortung von den für diese Sendung zuständigen Leute auf ein neues Niveau heben. Da wäre dann wirklich mal die Frage zu stellen, nach welchen Kriterien die Gäste „ausgesucht“ werden.

    Im Fall Bohlen/Medlock, das hatte ich an anderer Stelle schon mal gesagt, sehe ich die „alte“ Masche des Schmückens für gegeben, mit besonderen „Nebenwirkungen“ (fast) ohne Risiken.

  2. Mich hatte eigentlich der „messbare“ Effekt interessiert und das ist normalerweise schwierig, da eine CD nach dem Erscheinen auch ohne Promoplattform verkauft wird. Zu David Bisbal – er ist in Spanien sehr erfolgreich und auch kein Newcomer mehr, sondern seit 2001 im Geschäft.

  3. Das ist ein typische „Was wäre Wenn“-Frage.
    Um da was zu messen können müsste man (hier konkret) zwei Länder haben, in denen sich eine CD vergleichbar gut verkauft. In einem läuft dann „Wetten, daß…?“, was in dem anderen aber nicht gesehen werden kann.
    Danach könnte man die Veränderung vergleichen.

    So bleibt nur das Wissen, daß diese Sendung hohe Einschaltquoten hat, was immer auch Promotion bedeutet. Maximale „Genauigkeit“ könnte der Abgleich zwischen Zusammensetzung des Publikums und der jeweiligen Zielgruppe des Musik-Acts bringen. Das zu recherchieren sollte dem Geübten (zu denen ich nicht gehöre) eigentlich nicht schwerfallen.

  4. Theoretisch könnte man die CD-Käufer abfragen ob sie „Wetten da…“ gesehen haben. Das wäre ziemlich genau.

  5. Man sieht den Effekt ja allein schon an dem Verkaufsrang von amazon. Dort hat die Single von Mark Medlock nach dem „Wetten Dass“ Auftritt über 80 Plätze gut gemacht und tauchte plötzlich in den Top 20 auf.

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