Zukunft der Musikindustrie

Angeregt durch den Link von Tiago, der leider etwas untergegangen ist  http://www.netzeitung.de/entertainment/music/305001.html und zu meiner spontanen Zustimmung zu dem Inhalt, möchte Jodler heute mal wieder losgelöst einige Gedanken loswerden.

 Ich las in der letzten Zeit immer wieder von durchaus bekannten Plattenbossen oder Musikmanagern: Heute kann man nur noch an Teenies verkaufen, sie sind die einzigen, die noch in den Plattenladen gehen. Rein intuitiv habe ich das schon immer bestritten. Wir  Ältere kaufen meiner Meinung nach nur nicht jeden Schrott.  Ich habe Mitte der 90ger aufgehört mich für Musik zu interessieren – teils, weil ich viel zu tun hatte und auch, weil mir vieles nicht mehr gefiel. Ganz schlimm wurde es Anfang des neuen Jahrtausends bis 2006. Durch Monrose bin ich wieder zurück zur Musik gekommen und kaufe plötzlich wieder CDs auch von anderen Künstlern. Deswegen habe ich mich zusammen mit Brandy Anfang des Jahres auch so aufgeregt, dass man die Mädels im Segment: Kinder und Teenies positionieren will. Wir beide haben unabhängig von einander anscheinend das gleiche Gefühl gehabt: Schwachsinn.

Nun sind Gefühle und Intuition eine Sache und die Musikmanager und sonstige Fachkundige wissen es besser als Blogschreiberlinge, die, wir wir,  blutige Laien sind.  Die Musikfachkräfte dieser Welt müssen es doch besser wissen, schliesslich ist das ihr Job und damit verdienen sie ihr Geld. Kreischende Teenies sind als die Hauptzielgruppe aller Aktivitäten.

Aber da Jodler Jodler ist und immer an Fakten und nicht an Gefühlen und Intuition glaubt, sondern an harte Fankten, stellt er die Aussagen der Herren Musikprofis mal auf den Prüfstand. Und was findet Jodler mit zwei, drei Klicks? Den Branchenbericht der ifpi, des Bundesverbandes Musikindustrie. Und dort gibt es neben allem was euch zu Charts, Downloads, golden und sonstigen Edelmetallen interessiert, auch Jahresberichte über den Zustand der deutschen Musikwirtschaft. Und was liest der geneigte Laie da? Die Teenies machen nur einen Bruchteil der Plattenkäufer aus.

Glaubt ihr nicht? Schaut euch doch selbst die Statistik an und vor allem, versteht sie.

musikkaefer_abb20.jpg

Zum Lesen der Grafik draufklicken.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Musik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

26 Kommentare zu “Zukunft der Musikindustrie

  1. Zum Abschluss im Büro:

    So wie ich die obere Mangementszene aus meiner kleinen Froschperspektive beobachte, laufen dort neben einigen guten Leuten (frei nach Otto Waalkes: „ich könnte Euch [noch] viele Beispiele nennen, wenn ich nur welche wüßte!“) eine Menge Idioten (d.h. wenig qualifizierte Leute) und Arschkriecher rum, die den etablierten Leuten nach dem Mund reden, aber besser mit den Möglichkeiten moderner Präsentationstechniken (Charts und Gedöns) umgehen können. Das macht sie einerseits etwas unentbehrlich aber anderseits haben sie (pauschalisiert!) nichts drauf. Ich kenne da einen…

    Kein Wunder, dass daher alte „Weisheiten“ weitergetragen und quasi perpetuiert werden – vor allem UNGEPRÜFT weitergetragen werden.

    M.E. werden gerade größer Unternehmen oft operativ nicht von den höchsten Ebenen tatsächlich geführt. Der ganze Humbug aus „Fachzeitschriften“, wie Capital und Manager ist im Wesentlichen blahblahblah mit einigen Fachausdrücken getarnt.

    An Tim Renner anknüpfend: Wenige haben den Mut was Neues zu probieren. Ich schließe mich aus meiner eigenen Selbstbeobachtung mit ein; reagieren ist bequemer als agieren und man eckt nicht an und spart sich das Denken.

    Wenn ich könnte, würde ich auch mal auf Firmenkosten nach Brasilien fahren…

    Genug geklugscheißt.

    Gute Nacht.

    P.S. ich habe auch BWL studiert… und mir meine abfällige Meinung über Konzernmangement an der Uni angeeignet.

    P.P.S. seit einer Woche ist unsere Katze Lili verschwunden. Jodler, halte Mephi gut fest.

  2. @ Frank
    Tut mir leid wegen Lilly, ich hoffe, sie taucht wieder auf. Ich habe jetzt schon magenschmerzen, wenn ich daran denke, dass Mephi bald raus will.

  3. Frank, schön klug gesch…. ! 😉

    Lilly, war die Katze mit dem wehen Auge, richtig?
    Ich hoffe sie steht bald, mit einer dicken Maus im Maul, vor der Tür!
    Jodler kann dir ja nicht passieren du hast ja noch die Security, Ginger und? ! 😉

    Der Bericht ist interessant vor allem die Tonträger gesamt und unsere relevante Sparte Pop!!
    Lesen die Schlipsträger (aus einem meiner Lieblingsfilme „Das Geheimnis meines Erfolges“) solche Statistiken nicht?? TsTs!

  4. Frank, ich drück euch ganz feste die Daumen, dass ihr ein glücklicheres Ende habt als wir. Drück – drück – drück

    Jodler, heißt das jetzt, das Delphi eigentlich nur Klassik und Volksmusik kaufen darf *schnellwegrenn
    und wir minimal jüngeren zum Teil zu den Zwanzigern gehören? Hurraaaa, ich werd bald 26.

  5. Hurraaaa, ich werd bald 26.

    Ähhh!! ?????? Aimee!! du flunkerst! 😉

  6. @Jodler:
    Klasse, wie du das immer findest. 😀
    Interessant ist, dass die 30-39-jährigen die meisten Tonträger kaufen und das die über 30-jährigen 70% des Marktes abräumen. Da ist die Positionierung einer Band, wie bei Monrose gedacht, doch ziemlích unsinnig.

    P.S.: Wenn ich mal wieder mehr Zeit habe, werde ich mir deine Zahlen mal „ausleihen“. 😉

  7. Also, auch ich kann einen Fakt beisteuern: Ich habe eigentlich nie aufgehört, Musik zu kaufen… auch vor Monrose.

    Die Frage ist doch aber, warum denn immer wieder so viel Schwachsinn verbreitet wird, wenn doch klare Statistiken vorliegen, die genau das Gegenteil beweist.

    Was Monrose betrifft, so muss ich betonen, dass ich überhaupt kein Problem daran sehe, Monrose AUCH bei den Kindern und Jugendlichen zu platzieren. Bedenklich wird es nur, wenn sie NUR dort platziert werden.

    Einige Leute würden bestimmt behaupten, dass es gar nicht möglich ist, eine Band bei so unterschiedlichen Altersklassen zu gleichzeitig zu platzieren. Das Problem kann ich verstehen; man beachte das Gekreische, das die Älteren abschrecken könnte. Aber trotzdem: gerade bei einer Band wie Monrose geht es. Auch da gibt es Fakten. Man schaue sich in den Foren um. Und im Falle Monrose gibt es sogar viel Respekt. Man beachte das Gruppenfoto aus Frankfurt.

  8. Guten Morgen!

    @Aimee
    Definiere „gutes ENDE“, bitte. Ich nehme an, Ihr habt auch eine Katze verloren?!
    Wir leider schon die zweite. Es sind Diebe unterwegs, welche die Tiere nach NL/B verfrachten.

    @kennie
    „Heuer“ heißt meines Wissens in Hochdeutsch „jetzt“. Heißt das, Du bist jetzt in eine neue Alterskategorie vorgerückt (sprich- hast Geburtstag), oder hast Du die Statistik nur weiter verballhornt?

  9. Die Statistik ist wirklich interessant. Wichtige Aussagen, die ich daraus erkenne:
    Die älteste Altersgruppe kauft genau so viel Pop, wie die jüngste.
    Die 40-49-jährigen (also meine Gruppe) kaufen alles fast gleich viel (nur „Dance“ fällt leicht ab).
    Ich frage mich, warum in ihrem Umfeld (immer noch) niemand merkt, dass man Monrose sehr leicht und gut in den höheren (kaufkräftigeren) Alterssegmenten platzieren kann.

    Aus dem Artikel fand ich wichtig:
    „Das Bedürfnis des Kapitals nach Optimierung und Planbarkeit passt nicht zu emotionalen Gütern wie Musik. Ein Künstler ist nicht lenkbar, der ist nicht auf Knopfdruck kreativ. Der ist nicht optimierbar.“ und
    „Objektivität hat in einer emotionalen Industrie nichts zu suchen.“
    und (auf Monrose bezogen) ausgesprochen passend:
    „Authentiziät kann man nicht faken!“
    Selbst der Versuch ist im Falle Monrose ja auch gar nicht nötig!

  10. Natürlich ist Kreativität planbar und muss auch auf einen Zeitpunkt hin (Deadline) abrufbar sein.
    So funktioniert die Werbebranche.
    Für den einzelnen Kreativen heißt das, dass er zumindest sein Handwerkzeug/die Techniken beherrschen muss, damit er auf Knopfdruck oder innerhalb einer Zeit t loslegen kann.

    Künstler haben z.B. in Ihren Verträgen stehen, alle x Monate/Jahre etwas Neues veröffentlichen zu müssen.

    Werber sind auf ihre Art genauso Künstler wie Musiker oder bildende Künstler. Ein bisschen fühle ich mich manchmal auch so, wenn wir einen Innenausbau planen. Dies gehört zwar gem. Definition zum Handwerk, weil es ein Vorgang der Reproduktion von etwas Bekanntem ist, aber das ist ein neuer Popsong im Prinzip auch.
    (gez. Virtuello da Franco)

  11. Frank! Heuer ist bei mir (uns =Bayern) dieses Jahr!!
    Ergo dieses Jahr, Zielgruppensprung! 😉
    Übrigens du kennst jemand, der am gleichen Tag Geb. hat! 😉

    Wir haben Künstler unter uns!! 😉 Stimmt das ??????, funktionierst du auf Knopfdruck! 🙂 😉

  12. Was Musik angeht, habe ich schon oft meine erheblichen Zweifel am „Komm-wir-schreiben-jetzt-einen-Hit-Prinzip“ geäußert. In 90 Prozent aller Fälle kommt da Schrott raus.

    @frank
    Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass in der Werbebranche das „Komm-wir-erfinden-jetzt-einen-genialen-Slogan-Prinzip“ besser funktioniert.
    „Künstler haben z.B. in Ihren Verträgen stehen, alle x Monate/Jahre etwas Neues veröffentlichen zu müssen.“ –
    Bei vielen Musiker/Bands hört es sich dann leider auch genau so an. Bei überwiegend selbst schreibenden Newcomern ist mir schon so oft aufgefallen, dass die meistens ihr komplettes Pulver im Debütalbum verschossen haben.
    Ich glaube genau dahert rührt das in den letzten Jahren stark aufkommende Songseinkaufen statt selbst im stillen Kämerlein/Studio zu komponieren.

  13. Bevor ich im Büro Schluss mache und in den Außendienst gehe:

    @joe: ich stimme Dir zu.

    Viele Slogans, Songs, Kunstwerke usw. sind irgendwie schon mal dagewesen.
    Werbung ist nur in den seltensten Fällen ansteckend/auffällig. Ich werde nie die grottenschlechte Werbung für irgendeinen Reiniger für die Spülmaschine vergessen – „…dann klappts auch mit dem Nachbarn!“ – nur ich weiß schon nicht mehr den Produktnamen.

    @kennie:
    Da unsere Lebensschnittpunkte recht gering sind, muss es sich um eine Person des öffentlichen Interesses handeln (bekannt aus Bibel, Funk und Fernsehen).

    Herzlichen Glückwunsch, wann immer es ist. Ich nehme Schwarzwälder Kirschtorte oder Obstboden mit vieeel Sahne.

  14. @Frank, verloren habe ich in den letzten Jahren schon Putzi, Bonny, Susi, Picola, Gregory, Emely, Merlin und vor kurzem Cindy. Davon nur zwei durch Krankheiten. Die Anderen durchs Auto oder wie Cindy durch den Zug. Wir wohnen so ruhig, dass täglich unser Hausreh durch den Garten pilgert und trotzdem. Katzenfänger müssten viel mehr bestraft werden.

    Wir sind keine großen CD-Käufer für den Heimbedarf gewesen die letzten Jahre und ich habe mir noch nie eine MaxiCD vorher gekauft. Aber wenn ich so zurückblicke, dann haben wir sehr viele CDs für Geburtstage und Weihnachten gekauft und verschenkt.

  15. Na gut, noch ganz kurz.

    Vielleicht hat Aimee´s Daumendrücken schon geholfen.

    Heute habe ich zufällig vom Chef der Nachbarfirma erfahren, dass Katze Lili am Sonntag noch bei ihm im Büro war. Wir waren allerding Sonnstag einen großen Teil des Tages nicht zu Hause.
    Am Dienstag war plötzlich der Napf mit Trockenfutter leer gefressen. Wir hatten trotzdem wenig Hoffnung, da wir im April unseren kleinen Pelzman Jerry verloren hatten und das Tier, das damals noch tagelang den Napf immer wieder geleert hatte, nicht mal eine Katze war (es war stark genug, die nach außen gesperrte Katzenklappe zu zerstören). Wir haben es dank eines Babyfons zumindest im Schein der Taschenlampe von hinten gesehen.

    Jetzt haben wir wieder Hoffnung und im örtlichen Anzeigenblatt inseriert.

  16. Frank- Musik! Weiblich! 17 Jahre!
    Darf es noch etwas Sahne sein? 😉

    Aimee, das ist ja traurig!
    Da hast du dann schon Routine, beim Kinder trösten!

  17. Ich bin generell gegen die Verkommerzialisierung von Musik und meiner Meinung nach, wird diese im Zuge des Internetbooms auch immer unmöglicher werden. Interessant sind Ansätze, in denen ein User die Musik umsonst herunterladen kann und anschließend selbst bezahlt (siehe Radiohead). Bands wie „Monrose“ sind für mich keine Musiker, sonder Verkäufer. Sie richten ihren Kreationen nach dem Markt aus, wie ein Produkt zB Seife oder Deodorant. Das ist schrecklich für die Kunst. Musik sollte vom Herzen ihrer Schöpfer kommen und nicht durch Gewinndenken beeinflusst sein…

    MfG
    Daniel

  18. Daniel, da gebe ich dir schon recht, in deinem Grundsatz!
    Nur, warum unterstellst du Monrose, sie würden keine Musik aus dem Herzen machen!!
    Natürlich ist ein wirtschaftliches Denken hinter jeder Plattenfirma, aber ohne funktioniert es nun mal nicht! Welcher bekannte Musiker betreibt seine Musik nur der des Herzenstriebes wegen, wobei die Betonung auf bekannt liegt!
    Wenn ich eine Seife nicht mag, dann kaufe ich sie nicht, wenn mir eine Musik nicht gefällt, dann höre ich sie nicht, aber dem Musiker dann zu unterstellen, er wäre nicht mit dem Herz dabei, ist unfair, dem Musiker gegenüber!

    Schau dir ein paar Stücke, hier aus dem Recall, „Monrose Live“ Perlen an, dann wirst du sehen wie die Mädels mit dem Herz bei der Musik und bei den Fans sind!

    MfG
    Kennie 🙂

  19. So, ich bin auch mal wieder da!

    Ich unterscheide gerne Musiker, die ihre Songs selber schreiben und komponieren, von „reinen“ Sängern, die Material von anderen vortragen. Die ersteren sind nicht immer die begnadetesten Sänger und so mancher hat sich schon aufs Songschreiben für andere verlegt.

    Andersherum, warum soll ein guter Sänger nur dann „authentisch“ sein, wenn er seine Lieder selber schreibt? Das hat die Callas auch nicht gemacht!

    Es handelt sich hier um verschiedene Berufsbilder, die auch schon mal zusamenfallen können, es aber meistens nicht tun. Ich behaupte mal, die größte Zahl der Stars der letzten Jahre leben gut damit, dass ihnen professionelle Songschreiber zur Seite stehen.

    Anderes Thema: Ist Kreativität planbar?

    Gute Ideen kommen wann sie wollen, nicht, wenn man unter Druck danach sucht. Aber die Idee ist noch lange nicht das Endprodukt. Einstein sprach einmal von einem Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration. Dieser größte Teil der kreativen Arbeit kann durchaus unter „normalen“ Bedingungen mit allem Druck und aller Routine, die dazugehören, getan werden.

    Ich kenne mich aus, ich bin Softwareentwickler. Das funktioniert dort genauso!

  20. Interessant. Und gehört wohl hierher:

    http:/
    /www.taz.de/1/leben/musik/artikel/1/jeden-kann-es-erwischen/?src=SZ&cHash=df235d62da

Erst ins Kommentarfeld klicken, dann kommt der Absende-Button

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s