Die Vernachlässigung

Das Wort, das in der Verhandlung immer wieder gefallen war, hieß Vernachlässigung, obwohl es keineswegs das einzige Wort für den fraglichen Vorgang war, es gab noch mehr Wörter, die Anwaltschaft hatte von einer tragischen Verkettung, der Staatsanwalt von verschmähter Liebe, der Richter in seiner Urteilsbegründung immerhin von Kränkung gesprochen, aber der Angeklagte selbst, der Verwaltungsrat Hagebichler, hatte mehrfach zu Protokoll gegeben, er hätte sich wohl einfach ein wenig vernachlässigt gefühlt, was man vielleicht auch nachvollziehen kann, wenn man sich seine Geschichte anhört, die damit anfing, dass er im zweiten Rang eines Provinztheaters in der Steiermark gesessen hatte, und zwar immer und immer wieder, jede Vorstellung der Spielzeit, im Abonnement, und das mit zunehmendem Vergnügen, seitdem eine junge Schauspielerin, die ich hier der Einfachheit halber nur Marietta nennen will, dort debütiert hatte. Debütiert hatte sie als Helene in Ibsens Nora, eine Rolle, in der sie kaum einen vollen Satz zu sprechen hatte, wobei sie dem Hagebichler aber dennoch sofort durch ihr facettenreiches, wie er es nannte, ihr facettenreiches Spiel also, aufgefallen war. Von diesem Tag an hatte der Hagebichler in jeder Vorstellung nur noch Augen für die Marietta gehabt und mit inniger Freude beobachtet, wie sie sich noch in der gleichen Spielzeit bis zur Kammerjungfer Sophie in Kabale und Liebe hochspielte, bis sie schließlich schon im nächsten Jahr als Pflegtochter Varja in Tschechows Kirschgarten brillierte. Dem Hagebichler entging nichts in Mariettes facettenreichem, wie er es fortwährend nannte, Spiel, und er wunderte sich, dass es überhaupt Menschen gab, die während des Auftritts der Marietta einen Hustenanfall bekommen und anschließend in einer Bonbontüte kramen konnten, während er, gefangen von dem Spiel der Marietta, völlig hingerissen war. So ging es nicht lange, bis der Hagebichler vor jeder Vorstellung einen Bund Rosen kaufte, den er vor dem Hintereingang der Bühne niederzulegen pflegte, nicht ohne ein Billet, auf dem außen der Name der Verehrten und innen in der Regel ein selbst verfasstes Gedicht zu lesen war, das ihr facettenreiches Spiel, wie er sich immer wieder ausdrückte, lobte. Später folgten längere Briefe, die er mit einem verschwörerischen Augenzwinkern dem Hausburschen des Theaters zusteckte, nicht ganz ohne die Hoffnung, der Hausbursche möge bei Gelegenheit oder auf inständiges Befragen hin dem Fräulein einen kleinen Hinweis geben, von wem diese Briefe auf Büttenpapier stammten und wo im Rang dieser wohlwollende Mensch allabendlich zu finden wäre, nur für den Fall, dass sie dem Schreiber einen herzlichen Dank für seine guten Worte hätte aussprechen wollen. Nun täten wir, und das hat auch der Gang der Verhandlung gezeigt, nun täten wir dem Hagebichler Unrecht, wenn wir ihm vorhielten, dass sich seine Liebe, nennen wir es ruhig einmal mit diesem Wort, das in der Verhandlung von allen Beteiligten immer wieder mit allerhand anderen Wörtern wie Verehrung oder Passion oder verschrobenen Ungetümen wie Hingezogenheit umgangen wurde, dass sich seine Liebe nur derart heimlich und also pennälerhaft entwickelt hätte, nein, damit täten wir ihm Unrecht, denn der Hagebichler trat mit seiner Leidenschaft durchaus auch öffentlich in Erscheinung, vor allem in der Form, dass er zunächst mehrere Leserbriefe an die Lokalzeitung schrieb, in denen er das facettenreiche Spiel der Marietta lobte und das Publikum wie auch die Intendanz auf die außerordentliche Begabung der jungen Dame hinwies. Ja, er ging bald so weit, dass er leidenschaftliche Eingaben direkt an die Intendanz machte, in denen er weitere Hauptrollen für die Marietta forderte, Hauptrollen, die nämlich allein sie mit ihrem facettenreichen Spiel zu bewältigen in der Lage undsoweiter. Es war nun natürlich nicht so, dass er von der Marietta für diese Schreiben, die er stets mit seinem vollen Namen zeichnete, eine Dankbarkeit erwartet hätte, aber insgeheim schaute er wohl nach jeder Aufführung genau hin, ob sie sich vielleicht kaum merklich bei ihrer Verbeugung ein wenig in seine Richtung drehte, denn inzwischen musste der Theaterbursche der Marietta ja ohne Zweifel zusammen mit einem der kleinen Briefe gesteckt haben, wo ihr Verehrer, ja Verehrung ist auch ein Wort, an das ich mich aus der Verhandlung erinnere, wo ihr Verehrer allabendlich in einer Mischung von Ergriffenheit, Rührung und fast elterlicher Sorge um den Erfolg der Vorstellung im allgemeinen und der Marietta im besonderen saß, um ihr facettenreiches Spiel zu beobachten und schließlich mit lauten Bravo-Rufen zu bedenken. Es dauerte vielleicht anderthalb Jahre, da schienen dem Hagebichler die Möglichkeiten und Einflüsse, die er auf die weitere Entwicklung der Marietta zu nehmen vermochte, aber auf Dauer doch ein wenig zu bescheiden, ja es mochte sogar vorkommen, dass er abends auf seinem Platz eine kleine Facette in ihrem Spiel bemerkte, die ihm falsch, was natürlich ein hartes Wort ist, in der Verhandlung war auch nicht von falsch, sondern nur von unangemessen die Rede, die ihm unangemessen vorkam. Dennoch pflegte er mit ungebrochener Leidenschaft seine Eingaben zu machen, schließlich sogar mehrere in Folge an den Österreichischen Rundfunk, man möge sich doch selbst einmal vor Ort ein Bild von den Fähigkeiten der Marietta machen und eine Aufführung des Kirschgartens mit der Kamera besuchen, um das einzigartige, so nannte er es jetzt, das einzigartige Spiel der Marietta einem weiten Kreis von Kunstfreunden über die Grenzen der steiermärkischen Provinzstadt hinaus bekannt zu machen. Mochte es nun auf den ständigen Eingaben des in Eingabeangelenheiten geübten Verwaltungsrats Hagebichler oder auf völlig anderen Tendenzen innerhalb des Österreichischen Rundfunks beruhen, fest steht, dass eines Tages in der Tat eine Abordnung der Kulturredaktion in der Steiermark erschien, um mit der Kamera ein Porträt der Marietta zu zeichnen, dessen krönender Abschluss ein Mitschnitt aus dem Kirschgarten werden sollte. Man muss sich nicht auf Zeugenaussagen verlassen, sondern kann allein seiner Phantasie freien Lauf geben, um zu erspüren, welcher Triumph das für den Hagebichler gewesen sein muss, so einen inneren Siegeszug als Entdecker und Verehrer ihrer Kunst zu erleben, und er ließ im Vorfeld keinen Abend verstreichen, ohne der Marietta durch ein kleines Billet mitzuteilen, dass er eng an ihrer Seite und dass er auf sie vertraue und überhaupt. Und natürlich war der Hagebichler nicht so hirnrissig, das war das Wort, was er selbst in der Verhandlung benutzte, so hirnrissig, von der Marietta dafür irgendetwas verlangen zu wollen, einen besonderen Knicks in seine Richtung oder eine Kusshand gar oder ein Rückbillet mit einer Verabredung im Kaffeehaus, nein nichts Derartiges erwartete der Hagebichler, und hätte es sich doch zugleich so erträumt. Der Abend, an dem im steiermärkischen Provinztheater die Kameras des Österreichischen Rundfunks aufgebaut wurden, verlief überaus erfolgreich für die Marietta, ihr Spiel war facettenreicher und einzigartiger als je zuvor, schien es dem Hagebichler, und als sie zum Schlussapplaus vor den Vorhang trat, tobte das Publikum geradezu, mit Ausnahme des Verwaltungsrats Hagebichler allerdings, der sich auf einmal wie benommen an den Kopf fasste und wartete, auf was eigentlich, auf etwas, das jedenfalls nicht kam, die Kusshand, den Knicks, wenigstens das Augenzwinkern, das nur sie beide gekannt hätten, und er spürte nur noch wie er aufstand und in seine Rocktasche griff nach etwas Hartem, was sich darin befand und später in der Verhandlung als Beweisstück Nummer 1 auf dem Richtertisch lag, einem Handy der Marke LG Chocolate, das er, aber war das überhaupt er, das jedenfalls seine Hand in diesem Moment auf die Bühne in Richtung der Marietta schleuderte, und wer nicht allzu abgelenkt durch den Blick auf die Kameras im Bühnengraben war, der konnte an der Flugbahn dieses Gegenstands erkennen, was geschehen würde, dass der Gegenstand die Marietta nämlich schnurstracks am Kopf treffen und hinstrecken und für zwei Tage mit einer Platzwunde und Kopfsausen aufs Krankenbett werfen würde, was am Ende aber glücklicherweise ohne langfristige Folgen blieb, weshalb dem Hagebichler auch, vor allem in Verbindung damit, dass ihm kein Vorsatz vorzuwefen war, sondern nur ein ganz winzig kleiner falscher Impuls zur falschen Zeit, eine Haftstrafe erspart blieb und er nur zu 20 Tagessätzen verurteilt wurde, wegen leichter fahrlässiger Körperverletzung, wie es im Urteil hieß. Und weiter: mit mildernden Umständen wegen Vernachlässigung.

Advertisements

979 Kommentare zu “Die Vernachlässigung

  1. @Purple

    >…Wieviel anders das bei den (deutschen) Castingstars ist, sieht man schon daran, wie inzwischen (bei den aktuellen DSDSlern) jede Gelegenheit ergriffen wird, Legenden von selbstgschrieben Songs unter’s Volk zu bringen…<

    Auch da habe ich wg. Monrose schon erwähnt, das von Anfang an nie öffentlich darauf Wert gelegt wurde, das Senna und Bahar schon vor Popstars musikalisch unterwegs waren. Brandy hat dann zurecht darauf hingewiesen, das sie ja nur die Pacemaker für die NoA´s sein sollten. Was DSDS angeht, so ist ja die „Legendenbildung“ erst seit Thomas der Fall. Mark hatte ja, verglichen mit Thomas, „keine musikalische Vergangenheit“. Was Godoj betrifft, handelt es sich ja nicht um Legenden. Ich weiß nicht ob Du die WINK Songs auf der Tube gehört hast. Was Thomas da tectlich und musikalisch beigetragen hat, wissen wir nicht. Aber genauso wissen wir das auch nicht bei Page/Plant und den Anderen „Großen“. Selbst bei Lennon/McCartney gibts da immer noch Unstimmigkeiten i.S. wer hat was zum Song beigesteuert 😉

  2. @delphis:
    Ja, ich kenne die Wink-Titel. Seine textliche Beteiligung (wie weit?) ist Fakt, seine musikalische ist (weitgehend) Legende.
    Schon Mark selbst stellte ziemlich früh (unwidersprochen) in Aussicht, künftig an Lieder „mitzuschreiben“. Aber es stimmt. Erst in dieser Staffel kam jeder der Top3 mit einer Eigenversorger-Legende. Ob’s war ist oder nicht, interessiert mich hier nicht, mir geht es nur darum, dass es kommuniziert wird, weil es offensichtlich für nötig gehalten wird.

    Wen hat denn je interessiert, dass Tom Jones nie einen Titel selbst geschrieben hat? Er war/ist Tom Jones. Hier in Deutschland wird aber immer schön herausgestellt, dass Rosenstolz (bäh) und Madsen (doppel-bäh) „richtige“ Musiker sind und gewisse andere eben nicht. Da sollte man dann wenigsten so schlau sein, die Möglichkeit zu suggerieren, dass es aber doch so sein könnte. Kein Problem bei Godoj und Maalouf, ein Ding der Unmöglichkeit bei Monrose.

  3. @ Delphi

    Widerspruch – bei DSDS war das schon immer ein Punkt – Elli und Tobias Regner wurden auf die gleiche Schiene vermarktet wie Thomas, nur bei Thomas machen sie es professioneller 😉

    Man könnte fast lachen, wenn es nicht so traurig wäre – die Vermarktungsmaschinerie für das Album I AM läuft an – sogar mit Begründung, warum das Album verschoben worden ist und dann heisst es am 5.09. wird es erscheinen :inohnmachtfall:

  4. @Jodler

    Zu den DSDSlern vor der Mark Staffel kann ich nichts sagen und ehrlich gesagt, interessiert es mich nicht. Das bei DSDS ein Paradigmenwechsel stttgefunden hat, habe ich schon des Öfteren geschrieben. Bei Thomas ist eben augenfällig, das er es ihm gelungen ist, seine WINK Leute mit ins Boot zu holen (ein Gitarrist ausgenommen). Am pikantesten ist aber, das sein ehemaliger Bassist Christian Bömkes bei Sony/BMG einen Vertrag als Songwriter hat, d.h. im eigenen Haus, was wohl ein Novum in der DSDS Geschichte sein dürfte. An Zufälle dieser Art glaube ich nicht. Deswegen „spekuliere“ ich, das eben nicht nur Mama Godoj ihren Sprössling zu DSDS „gejagt“ hat. Riecht nach „konzertierter Aktion 😉

    @Purple

    >…Kein Problem bei Godoj und Maalouf, ein Ding der Unmöglichkeit bei Monrose.<

    Und warum? Ich wiederhole mich, weil Monrose den Hasen für die NA´s spielen sollte. Den Rest kennen wir ja 😦
    Zu Deinen Beispielen fällt mir auch noch Joe Cocker ein, er hat keinen einzigen Song selbst geschrieben.

  5. @delphis:
    Ich weiss (Joe Cocker), ich wollte mich nur nicht wiederholen, da ich ihn schon einige Male nannte, genauso wie Tina Turner, die nur NCL selbst einbrachte, immerhin ein Superhit. 😉

  6. @Brandy

    Ich hab grad bei Google Earth Unterföhring „unter die Lupe genommen“. Irgendwelche, mit Notizblocks und Stoppuhren ausgerüstete Krawattenfuzzis in Designeranzügen, habe ich noch nicht entdecken können. Whatever you do, McKinsey is watching you 😉

  7. Brandy,
    wurde dieser Robin Hood Blog nicht gegründet weil wir genau das angeprangert haben was du oben beschreibst?

    Deine Karussellmetapha wäre also korrekt wenn nicht das Gefühl da wäre, es hat sich seither deutlich etwas bewegt. Anders als DSDS und Popstar Gewinner vor MM, Monrose und Godoj (was beim ihm erst noch bewiesen werden muss) kann man doch eine Art Findungsprozess erkennen. Tedder wure engagiert (leider erfolglos) und Monrose hat von HS an bis zum ESC 08 Remi zum „mega“ Produzenten gemacht. Die Auftritte beim Panther, Osgar und auch Sylvester und auf Sylt sind nicht unbedingt Kiddie mäßig. Frohe Ostern und WLTEY waren auch über die Kiddie Szene hinaus positioniert. Und das wo die Fangemeinde ohne die Kiddies inexistent wäre.

    Dass dich das Gefühl nervt wir wären wieder beim Anfang kann ich verstehen. Aber die Flinte jetzt ins Korn zu werfen entspricht doch eigentlich gar nicht Deinem Robin Hood Naturell, oder? Es käme einfach den Rosen nicht gerecht, welche offensichtlich – mal wieder – angeschlagen weiter kämpfen. Wir hatten uns doch immer gegenseitig gewarnt, dass es ein langer, ganz langer Prozess sein wird aus der Casting/0815 Vermarktungsschublade raus. Ich persönlich finde mit SP(S) und auch STM ist da schon mal was passiert. Zumindest sind wir aus YKF Küche raus, das ist doch schon mal was 😀 – nichts gegen YKF Küche aber… 😉

    Seht es doch mal so. Mit STM und AML wurde versucht sich umzupositionieren und weiter zu entwickeln und das ist leider nicht ganz geglückt. Ich denke schon, dass das Album an dem Versuch und an den Sound angelegt ist, sonst wäre ja die VÖ nicht verschoben worden. Nun haben die (lt. Senna) Experten ein Veto eingelegt, weil sie ihre Felle davonsingen sahen. Das ist zwar zunächst eine bittere Niederlage für die Mädchen als „anerkannte“ Musiker, könnte sie aber vor einem möglichen Aus bewahren. Es muss halt im Prozess eine Iteration mehr eingelegt werden.

    p.s. Jodler, warum ausgerechnet Du Monrose seit Januar(!) abgeschrieben hast, erschließt sich mir nun so gar nicht. Kannst Du das einwenig, auch bezogen auf den Monat, erläutern?

  8. @LMC

    Du hast zwar Jodler gefragt, aber nach dem grandiosen Sylvesterauftritt war doch ca. 6 Monate tote Hose.

  9. Hm, hab ich iwie nicht so empfunden. Musikalisch gesehen meint ihr? Sicherlich gab es die Diskussion warum nicht noch LMO (sag ich mal weil ich das als 2 bestes Lied auf der Scheibe empfinde) auszukoppelt wurde. Und schon die VÖ von STM zog sich. Aber während dieser Phase hatte ich fast das Gefühl einer Art Medien-Omnipräsents (ich schau auch viel P7): Show Jingles, Ostern, Dome, Chartshows etc.

  10. @ Delphi
    Ich sehe es wie du – an Zufälle glaube ich nicht und auch, dass ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat, kann ich unterschreiben. Nur wie er stattgefunden hat und was kein Zufall ist, sehe ich anders (als gute DSDS-Kennerin).

    Dazu muss man aber in die Vergangenheit gehen. Thomas und Christian Bömkes (und einige andere spielen seit 2000 bzw. 2002 zusammen). WINK wurde bei Schallbau unter Vetrag genommen. Dort war auch Laith Al Deen unter Vertrag – mit einem exclusiven Plattenvertrag von Sony/BMG wie auch die anderen Künstler 😉

    Wie auch immer, Wink löste sich ja auch – kurz bevor DSDS begann. Und Christian Bömkes hatte seinen Songwriter-Vertrag und Thomas ging zu DSDS.

    Soweit so gut. Und nun kommt ein Satz für den mich Joe damals fast gesteinigt hätte – er ging sinngemäss so: Es gibt das Casting und den Gastauftritt von Thomas.

    Das unterschied die DSDS-Staffel von allen anderen. Es gab keine Mottoshows mehr im herkömmlichen Sinne, Thomas wurde immer besonders ins Bild gesetzt, besonders arrangiert.

    Was also, wenn der durchaus innovative Plattenladen Sony gedacht hat – die Band hat zwar Potential, aber die Entwicklung, bis wir mit ihr Geld verdienen, ist in Zeiten knapper Ressourcen zu teuer. Angespornt durch den Fall Max Buskohl – nur diesmal nicht von einer fremden Plattenfirma und einem anderen Fernsehsender gesteuert sondern gleich von den richtigen Leuten. Und Dieter Bohlen, der Rocksänger auf den Tod nicht leiden kann, verneigt sich mehrmals vor Thomas und erklärt – besser kann man es nicht machen 😆

    Ich sage nicht, dass man Thomas von Anfang an als Sieger aufbauen wollte – aber er sollte es mindestens in die Top 3 schaffen. Nun ist er Sieger und hat damit auch den Fluch geerbt 😉

  11. >YKF? Wo ist eigentlich YKF?

    Mit den NA und Kati in LA im Internet Cafe, liest mit, lacht über uns und reibt sich schon die Hände…

  12. @Jodler

    D´accord, es war eigentlich von der ersten Live-Show an, die Thomas Godoj Show. Die Tatsache, das die Hintergrundleute bei DSDS aus der Vergangenheit gelernt haben, lassen dich auch, berechtigterweise, zu der Aussage kommen, das SONY seine Leute besser vermarktet, insofern wäre Monrose da vielleich wirklich besser aufgehoben. Ich bin auch gespannt, was aus Linda wird. Für mich war und ist sie, in ihrem Stil, nicht schlechter, als Thomas.

  13. Vielleicht räumt er auch mal wieder die Küche frei zu Video drehs der neuen Girlband.

    So berichtet Bravo/Bild.de:
    Anders als Monrose besteht diese Band nicht blos aus Castinggewinnerinnen, die im Schoß der Fernsehsender 2 Singles zu veröffentlichen durften, um dann im Nichts zu verschwinden, sondern aus wirklichen Vollblutmusikerinnen. Sie mussten sich neben der MM$ bestückten Industrie in kleinen Clubs nach oben singen. Das sie genau das können hatten sie schon damals in der Popstarsstaffel 5 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gesanglich eigentlich den damaligen Gewinnerinnen überlegen hatten sie damals nur nicht in das angedachte Konzept der Pro7 Retortenband gepasst. Glück im Unglück, so können sich die Sängerinnen heute als als echte Musikerinnen präsentieren.

  14. @LMC

    Ich wills mal ganz vereinfacht ausdrücken. Der mit SP vollzogene Stil-u. Imagewechsel war absolut richtig und notwendig. Wenn aber schon, dann konsequent! Der ganze Kinderscheiskram passt da nicht mehr. Ich jedenfalls hab das gehörig satt.

  15. Die imaginäre Band um Kati natürlich… 😉

    Ich hab auch schon einen Namen: Marylille 😀

  16. @ Delphi
    Nun, alleine so, wie Sony Leona Lewis und Paul Potts vermarktet hat, spricht Bände 😉

    Linda hat einen Plattenvertrag von Sony bekommen und arbeitet nun mit Songwritern an ihrem ersten Album.

  17. @purple:

    Richtig. Und US5 sind sogar gecastet. Der Unterschied zu Monrose ist, das es einfach kein Thema ist.

    Ich habe übrigens ganz vergessen zu erwähnen, dass am Samstag in Saarbrücken bei jeder Ankündigung von US5 für den folgenden Tag kräftig gebuht wurde. (Und zwar nicht vom Monrose-Fanclub. Die waren da fair…)

    Bei Monrose hat niemand gebuht… auch wenn viele sich genierten, exzessiv zu klatschen 😉

    Ich denke, dass Monrose da in der Tat die besseren Karten haben. US5 sind wirklich 100% auf Kids ausgerichtet, da kommt Monrose aber breiter gefächert rüber!

    @delphis:

    Der ganze Kinderscheiskram passt da nicht mehr. Ich jedenfalls hab das gehörig satt.

    So kategorisch sehe ich das nicht einmal. Trotz meiner Konzert-Kritik vom letzten Samstag, bin ich immer noch der Meinung, dass man Monrose ruhig AUCH bei Kika auftreten lassen darf. Weil man ihnen anmerkt, dass sie das auch sehr gerne machen und dort auch authentisch rüberkommen.

    Manche würden von Orientierungslosigkeit reden, aber ist es nicht auch eine gewisse Leistung, so polyvalent zu sein, dass man jeder Zeit bei Kika UND beim blauen Panther gebucht werden kann und gebucht wird? Beim Dome UND beim Bild Osgar?

    @Rynah:
    Wenn du den Monrose Auftritt in Polen aufzeichnest, könntest du mir unter Umständen auch den Jenniffer Kae Beitrag mit aufzeichnen und zur Verfügung stellen? Würde mich ebenfalls interessieren.

  18. @MyMuse

    Außer KiKa und in gewisser Hinsicht DOME hab ich da kein Problem.

  19. Ach, Kika ist doch ein seriöser, öffentlich rechtlicher Kindersender. Da hat man doch schon einen Fuß im ARD und ZDF 😉

    Und die Eltern schauen mit. Und bei denen kommt es bestimmt gut an, wenn da Künstler bei ihren Kindern nicht nur den eingebildeten Star raushängen lassen, sondern natürlich und nett sind…

    Und Dauergast sind sie ja nun auch wiederum nicht. (Zum Glück!)

    Eigentlich mag ich Dome weniger als Kika… Finde ich auch blöder!

  20. Mit dem Kika habe ich auch keine Probleme – zumal ich irgendwo las, dass mittlerweile bei manchen Programmen 1/3 der Zuschauer Erwachsene sind.

    The DOME ist fürchterlich, aber der Sampler verkauft sich immer wie geschnitten Brot.

  21. Ach, so viel Verwirrendes. Man hört, man weiß (manches). Man versucht zu verstehen, man fragt und bekommt doch verwirrende Anworten. Das scheint nun die Zeit der großen Verwirrung zu sein. Was kann da hilfreich sein? Einen klaren Kopf behalten. Clausewitz befragen. „Kuschelmonrose“ immer wieder zu „Knuddelmonrose“ machen. McKinsey beraten. Aber das geht alles nur bei einer guten Tasse Tee. Einem Kännchen Kaffee. Einem feinen Glas Rotwein und natürlich bei einem köstlich duftenden Brandy. Dazu brauche wir aber die richtige Umgebung. So zum Beispiel wieder unser altes, virtuelles Recall-Cafe in dem alten Steinhaus über der Destille. Wäre doch mal schön, wieder beisammen zu sitzen und in Ruhe zu klönen. Z. B. über die große Verwirrung – im nächsten Thread? 😉

  22. @brandy
    Ich persönlich hab keine Lust, mich mit dem Crap, der dabei rauskommt, länger zu beschäftigen. Da helfen auch Augendeckelklimpern und kirschrote Fingernägel nicht. That’s all.
    Hey, es wurde nur der VÖ-Termin für das Album verschoben und eine andere Single-Auskopplung, als von den Mädels (eigentlich wahrscheinlich nur von Senna) gewünscht, gewählt. Wieso Crap? Ich will (und bekomme wahrscheinlich auch) ein von Monrose eingesungenes Album mit guten Songs. Mehr will ich doch erstmal nicht. Wie sich das dann verkauft, davon wird wohl eine Tour abhängen. Wer wann beim Einsingen des Albums mit was geklimpert hat und die Farbe der Fingernägel dabei ist mir sowas von schnurzpiepe.

    Die Stimmen und die Menschen. Die klassische Fehleinschätzung aus der Innensicht des Fans.
    Ich rekapituliere doch nur, warum ich (und die meisten anderen hier) Fan von Monrose (geworden) sind. Dieselben Songs von anderen gesungen hätten mich wahrscheinlich eher kalt gelassen. Ich mag beispielsweise das Gejaule von Leona Lewis nicht. „Better in Time“ gefällt mir aber richtig gut. Wenn Monrose den Song singen würden – gar nicht auszudenken!

    Dein Beispiel mit der „Linksgewinde AG“ hinkt gewaltig. Der Schraube sehe (und höre) ich nicht an, von welchem Menschen sie hergestellt wurde.

    Fragt die Julias dieser Welt, ob ihnen die großartigen Menschen und die tollen Stimmen von Monrose schon mal aufgefallen sind. Die lachen sich einfach nur weg.
    Julia? Egal, frag mal MyMuse nach den Reaktionen und Einschätzungen von unvorbelasteten Festivalbesuchern. Ich habe da zwischen den Zeilen was anderes gelesen.

    Sorry, bei allem Respekt, aber auf mich wirkt deine Herangehensweise an die Beurteilung von Märkten – insbesondere aber des speziellen Musikmarktes – ein wenig…ähem…“verstaubt“.

    @purples
    Es geht doch nur um gut oder schlecht, Gefallen oder nicht. „Musikalische Eigenständigkeit“ ist doch per se kein Qualitätsmerkmal, für mich heutzutage sogar fast das Gegenteil. Bei den meisten Sachen der letzten Jahre, die mir gefallen, sind Songwriter/Producer und Interpret(en) nicht identisch. Wenn überhaupt, dann eher beim Text, der mir aber nicht so wichtig ist, oder sogar störend (Gröny, Xavier). Die meisten guten Sänger können keine Songs schreiben, die meisten guten Songwriter können nicht singen. Hatten wir aber auch alles schon mal. Letztes Wort bei der Songauswahl ist mir im Falle Monrose eigenständig genug.

    Ich hätte übrigens nichts dagegen, das auch offensiv zu kommunizieren. „Nein, wir sind keine Songschreiber! Wir suchen uns die Besten und veredeln deren Songideen mit unserem Gesang!“

    Erinnert mich an einen meiner Lieblingssätze vom Boss eines großen Firmenkonsortiums: „Ich habe nicht studiert. Die für mich arbeiten, haben studiert!“

    @brandy
    Joe, bei den Zahlen würde ich auch erst mal nach dem RoI im nächsten Quartal fragen
    Eben, sag ich doch.

    @jodler
    Die Nummer mit Thomas bei DSDS hast du seinerzeit sich besser durchschaut als ich. Muss ich mit Abstand zugeben. Ich hätte aber damals nie gedacht, dass das „Publikum“ so manipulierbar ist.

    Ich habe bei Monrose kein Problem mit KIKA, wenig mit DOME aber viel mit Lloret de Mar Discos und Ballermann.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.